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Emilia - Plakat Weinberg - Plakat Die Räuber - Plakat

Deister- und Weserzeitung, 19.9.2011

Mit Dolch und Dolce Vita
Emilia Galotti feiert Premiere im Theater Hameln

von Julia Marre

Hameln. Traurig liegen die blutroten Pumps auf der Bühne. Daneben: eine rote Stoffrose, gerupft und zerzaust. Davor: eine sterbende Emilia Galotti. Dahinter: ihr erschütterter Vater Odoardo. In wenigen Minuten wird ein langer Schlussapplaus durch den Theatersaal rauschen. Das Publikum wird johlen und anerkennend pfeifen. Die Schauspieler werden erleichtert lächeln und sich verbeugen. Das Ensemble wird rote Rosen – weder gerupft noch zerzaust – erhalten. Im Foyer werden Mütter zu ihren Töchtern sagen: „War doch gut, oder?“
Ja, die Aufführung der Theatermacher, die seit Mittwoch am Hamelner Haus geprobt hatten, war eine gute. Eine durchaus gelungene. (…) Im Fall von Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ wagt das Ensemble eine zaghafte Modernisierung. Die tragische Geschichte der jungen Emilia, die den wohlhabenden Grafen Appiani heiraten soll, beginnt nach einem kurzen Prolog (…) - Dann geht’s zur Sache. Der Prinz kann sich kaum konzentrieren, denkt immerzu nur an Emilia. Er ist verliebt und möchte die Hochzeit seiner Angebeteten verhindern. Sein Kammerherr Marinelli soll’s richten – und plant eine Intrige gegen Appiani. Dabei wird der Graf tödlich verletzt. Emilia lässt der Prinz auf sein Lustschloss entführen, wo sie durch die Hand ihres Vaters stirbt.
Keine Frage: Die Inszenierung von Michael Jurgons ist eine temporeiche, die sich konsequent an Lessings Text hält. Ein Hauch von Mafia ist zu spüren. Botticellis „Venus“ schleckt im Bühnenbild (Silke Thoss) ein Eis, auf dem antiquierten Sessel liegt ein Pizzakarton. Und der Prinz düst schon mal mit einem gelben Papp-Ferrari durchs Bild. Das ist frisch und frech – und macht großen Spaß. (…) Alexander Bornhütter als Marinelli brilliert in jedem Auftritt. Gräfin Orsina (Nela Schmitz) spielt einen kurzen, aber sehr beachtlichen Part. Ebenfalls nennenswert: Ina Blus als Brautmutter Claudia Galotti, Martin Heise als Appiani und Andreas Pfundstein in den Rollen des Malers Conti oder des Gangsters Battista.(…)

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Baden-Online, 18.04.2011

Eine lebendige Inszenierung
Amüsant arrangiertes Verwirrspiel um die Liebe

von Manuela Bijanfar

Offenburg. Was passieren kann, wenn man zu tief ins Glas, in diesem Fall ins Weinglas, schaut, zeigten auf heiter-unterhaltsame Weise »die Theatermacher« aus Hamburg. Die Inszenierung von Carl Zuckmayers Stück »Der fröhliche Weinberg« setzten sie lebendig, lustig und mit großem schauspielerischen Können um.[...]
Es geht, wie der Titel schon sagt, um einen lukrativen Weinberg, den sein Besitzer Gunderloch (Jose Barros) zur Hälfte verkaufen, zur anderen Hälfte seiner Tochter Klärchen (Sylvie Wolfram) vererben will – allerdings nur, wenn sie den von ihm bestimmten Mann heiratet. Aber Klärchens Herz gehört dem Rheinschiffer Jochen (Patrick Abozen), einem derben, aber ehrlichen Zeitgenossen. Dem Korpsstudenten Knuzius (schön hölzern und affektiert gespielt von Fabian Cordua), der für sie vorgesehen ist, kann sie nichts abgewinnen.
Klärchens Vertraute ist ausgerechnet Annemarie (Ina Blus), Jochens Schwester und langjährige Vertraute ihres Vaters, die mit gutgemeintem Rat noch mehr Verwirrung stiftet. Nach einer Weinprobe und einem Szenenwechsel ins Wirtshaus »Landskron«, wo eifrig gezecht wird, findet das erwartete Finale furioso statt: Alle Beteiligten sind so sternhagelblau, dass sie sich in die Haare bekommen und in eine Massenschlägerei geraten.
Wie aber auch im richtigen Leben ordnen sich nach dem größten Chaos die Dinge wie von ganz alleine: Klärchen kriegt ihren Jochen, Vater Gunderloch die Annemarie und ganz nebenbei noch die Julia ihren Jakob. Sogar für den betrunken auf dem Misthaufen liegenden Knuzius findet sich auf die Schnelle schließlich noch eine Braut. Und so löst sich der derbe Streit in pures Wohlgefallen und ein glückliches Ende auf.
Herausragend war eindeutig das Spiel Patrick Abozens, der seine exotische Schönheit mit überzeugender Strahlkraft vereinnahmte. Fast genauso stark verkörperte Ina Blus ihre Rolle und gab der Figur der Annemarie große Präsenz. Doch insgesamt muss man aber sagen, dass alle Akteure eine überzeugende Darbietung ablieferten, wobei die Inszenierung stark von dem Wechsel zwischen Gesang und Schauspiel lebte und die Lieder die fröhliche Stimmung gut transportierten.
Mit viel verdientem Beifall und nochmals fröhlichen Liedern endete ein ausgesprochen unterhaltsamer Theaterabend.

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Mindener Tageblatt, 03.04.2011

Derber Klassiker von Carl Zuckmayer
“Der fröhliche Weinberg” sorgt im Mindener Stadttheater für Begeisterung

von Volker Knickmeyer

Minden. Der Vorhang geht auf - auf der Bühne ist schlagartig Tumult angesagt. Ein buntes Völkchen skurriler Typen tummelt sich auf den Brettern des Mindener Theaters und diskutiert über Vorzüge und Nachteile eines Weinberges.

Wo schaut man zuerst hin? Wem soll man zuerst zuhören? Zwei Stunden lang sorgt Carl Zuckmayers “Der fröhliche Weinberg” für im wahrsten Sinne des Wortes gute Unterhaltung. Wer ein oberflächliches Lustspiel erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Was die Hamburger “Theatermacher” am Freitagabend präsentierten, passte einfach - witzig, derb, leicht gesellschaftskritisch und vor allem bunt.
Carl Zuckmayer, dem so herrlich zeitkritische Stücke wie “Der Hauptmann von Köpenick” oder “Des Teufels General” zu verdanken sind, gelang der Erfolg des Stückes 1925 nicht auf Anhieb. Nur das Theater am Schiffbauerdamm in Berlin wollte es haben. Danach rissen sich deutsche Bühnen um die Aufführungsrechte, allerdings nur bis zur Machtübernahme der Nazis 1933. Es wurde verboten. [...]

Verstärkung hatten sich die Hanseaten aus dem Mecklenburgischen Landestheater Parchim geholt. So stehen bis zu 20 kernige Norddeutsche auf der Bühne, die sich im Laufe des Stückes verschiedener Dialekte bedienen. Und endlich kann man einmal wieder bewundern, was ein guter Theatermaler imstande ist zu leisten. Die überdimensionale Bühnendekoration an der Rückwand ist perspektivisch fast auf dreidimensionalem Niveau und ein Augenschmaus. Die Bühnenrequisiten des Dreiakters sind wahre Hingucker: wanderpokalgroße Weingläser aus Holz!

Fabian Cordua stellt den abstoßenden, nationalistisch gesonnen Kandidaten für Ehe und Erbschaft, den überheblichen Assessor Knuzius dar, der es offensichtlich nur auf die Erbschaft abgesehen hat, und den Klärchen eigentlich gar nicht will. Diese nämlich liebt Jochen Most (Patrick Abozen), Mainschiffer und Bruder von Gunderlochs Haushälterin Annemarie (Ina Blus). Annemarie ist es dann auch, die Klärchen die Intrige eingibt, welche ihr den Erbschleicher vom Leib halten soll: Ihm wird gesagt, dass die Bedingung erfüllt sei und er nun auf Hochzeit und Mitgift hoffen könne!
Diese Lüge sorgt in der Folge natürlich für allerlei Verwirrung, die darin gipfelt, dass nach lustigem Zechen im Dorfwirtshaus die beiden Kontrahenten um die Gunst Klärchens während einer wilden Prügelei aneinander geraten. Gunderloch wirft die Streithähne allesamt aus der Gaststube und steht so als strahlender Sieger da.
Der alte Weingutbesitzer erblüht: Er entdeckt seine Neigung zu Annemarie, stößt auf Gegenliebe und verschwindet mit ihr in den Büschen, wo sie auf das endlich vereinte Paar Jochen und Klärchen treffen. Aber auch für den geschundenen Knuzius, der nach einem Vollrausch die Nacht auf dem qualmenden (!) Misthaufen verbracht hat, findet sich mit der Tochter des Wirts die geeignete Braut.

Die Nebenszenen haben es in sich: Der ewige betrunkene Winzermeister zieht dem Publikum gegenüber blank und die drei Kriegsveteranen, keine Ausgeburten der Schönheit übrigens, hauen bis zur Schmerzgrenze auf die Pauke. Am Schluss der Turbulenzen steht eine versöhnliche vierfache Verlobung am Fuße der Weinbergs. So gilt auch hier - nach dem Happy End wird abjeblend´t.

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Cuxhavener Nachrichten, 26.03.2011

Tosender Applaus für Premiere
Die Theatermacher hauchen Zuckmayers “Der fröhliche Weinberg” pralles Leben ein

von Jens Potschka

Cuxhaven. Dieses klassische Lustspiel funktioniert hundertprozentig! Das darf den Theatermachern aus Hamburg bescheinigt werden, die ihr Publikum mit der Tourneepremiere “Der fröhliche Weinberg” bestens unterhielten. [...]

Die heimischen Theatergänger wurden schnell hineingezogen in die Welt der rheinischen Frohnaturen. Der Weingutbesitzer Gunderloch (trefflich gespielt von José Barros) möchte seine uneheliche Tochter Klärchen (Sylvie Wolfram überzeugt als naive Dorfschöne mit festem Willen) mit dem ehemaligen Korpsstudenten Knuzius, einem ausgemachten Fatzke, verheiraten. Fabian Cordua parodiert den ehemaligen Korpsstudenten Knuzius bravourös. Mit all seinen Marotten und Manierismen hat er viele Lacher auf seiner Seite. Seine vom politischen Jargon nationalistischer Kreise durchzogenen Reden lassen allerdings aufhorchen und nehmen den dunklen Teil deutscher Geschichte gewissermaßen vorweg. [...]

Die turbulenten Szenen in dem von Silke Thoss gestalteten Bühnenbild mit seinen naiv gemalten Weinbergen, Weinflaschen und Gläsern haben es in sich und es ist eine Freude mit anzusehen, mit welcher Energie dieses Ensemble den historischen Lustspielstoff nebst Liedern mit spielerischem Elan in zwei Stunden erzählt.

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Hessische Allgemeine Fritzlar/Homberg, 08.08.2011

Räuber eroberten Herzen
Theatermacher aus Hamburg zeigten Schillers Klassiker

von Michael Auerbach

Fritzlar. Die Räuber waren los in den Mauern von Fritzlar. Wer erwartet hatte, dass Schüsse knallen, Säbel geschwungen werden und Kunstblut floss, wurde enttäuscht. Dafür blinkte verführerisch bunt ein Geldspielautomat.(…)
Es war ein erregendes, klassisches Schauspiel in modernem Outfit, welches die Theatermacher aus Hamburg unter der Regie von Michael Jurgons lieferten. Da gab es einige spektakuläre, grelle Szenen, in denen die Banditen auch mal hautnah den Zuschauern zwischen Dom und Rathaus auf den Pelz rückten. Und es gab eindringliche und affektgeladene Momente. Schillers emotionale, vitale Sprache beherrschte das Stück und stellte hohe Anforderungen an Darsteller und Zuhörer.(…)
Rasant wechselten die Handlungen hin und her zwischen dem Grafenschloss und dem Dunstkreis der Banditen. Mit Schlagzeug, Ukulele und Akkordeon setzte Michael Reffi Akzente zu den Dialogen. Die Schauspieler bewältigten die Herausforderungen der Rollen mit Bravour, zeigten ihre Kunst, verliehen den gegensätzlichen Charakteren markanten Ausdruck. Gezeichnet von der Anstrengung, aber mit freudigen Gesichtern verbeugten sie sich kurz nach Mitternacht vor dem Publikum. Das war, begeistert von der eindrucksvollen Theaterleistung, aufgestanden und applaudierte stürmisch. Es schien, als hätten die Räuber die Herzen der Zuhörer erobert.

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Neue Osnabrücker Zeitung, 20.09.2010

Schillers „Räuber“ in die Neuzeit katapultiert
Theatermacher aus Hamburg überzeugen in Sögel mit zeitloser Parabel über jugendliche Welt- und Lebensentwürfe

von Roland Quinten

Sögel. Es gibt in Deutschland – nicht nur bei Pädagogen, sondern auch beim kulturell interessierten Publikum – eine stille Übereinkunft darüber, was unter einem „Literatur- Klassiker“ zu verstehen ist, also unter einem Text, sei es ein Gedicht, ein Prosatext oder ein Drama, von dem man überzeugt ist, dass es notwendig und nützlich ist, ihn zu kennen.

Diese Literatur findet sich nicht nur in Lektürekanons kultusministerieller Lehrpläne wieder, sondern gehört zum selbstverständlichen Repertoire von Theaterbühnen. Zu diesen Klassikern gehört auch Schillers erstes Jugendwerk „Die Räuber“, das am Samstagabend in der Aula des Hümmling-Gymnasiums in Sögel von der jungen Theatertruppe der „Theatermacher“ aus Hamburg mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Doch Vorsicht! Es ist nicht leicht, einen solchen Klassiker mit reichlich Staub und Patina – Schillers Stück ist immerhin schon 230 Jahre alt – so aufzuführen, dass es nicht nur ältere bildungsbürgerliche Schichten anzusprechen versteht, sondern auch junge Menschen, die so alt sind wie Schiller, als er die „Räuber“ schrieb.

Michael Jurgons, der als Regisseur Schillers Stück mit seinen 13 Schauspielern in die Neuzeit katapultierte, wusste genau, was er tat. Er verzichtete auf jegliche Form von Ideologie oder politischen Konzepten, legte den Schiller’schen Anspruch auf moralische Unterweisung seines Publikums beiseite und konzentrierte sich auf das, was die „Räuber“ tatsächlich zum zeitlosen Theaterstück macht. Seine Inszenierung verkörpert die ungeheure Energie der jungen Generation. Seine Räuber sind weder politisch noch religiös motivierte Terroristen, sondern Getriebene ihrer Leidenschaften. Sie rebellieren gegen die Weltordnung ihrer Väter und verzweifeln an der den Willen Gottes offenbarenden Natur. Sie suchen Glück, Liebe, Anerkennung, Macht und Wahrheit in einer eigenen, von traditionellen Werten losgelösten Welt – und scheitern letztendlich. Durch diesen modernen Fokus macht Jurgons zusammen mit seinem überzeugend agierenden Schauspielerensemble aus dem „Klassiker“ eine zeitlose Parabel über jugendliche Welt- und Lebensentwürfe, die der eigentliche Motor jeder Form von menschlichem Zusammenleben sind.
Das Bühnenbild von Carolin Roider stellte einen ansprechenden Hintergrund für das energetisch hoch aufgeladene, zuweilen bis an die Grenzen des Chaotischen tastenden Bühnenspiels zur Verfügung. Sehr gut gefiel auch die Idee, einzelne Szenen durch hervorragende Schlagzeugsoli zu akzentuieren. Kompliment.

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Cuxhavener Nachrichten, 20. 11.2009

Einen Theatervulkan entfacht
Riesen-Beifall für Hamburger Theatermacher / Schillers „Räuber“ sind im 21. Jahrhundert angekommen

Von Jens Potschka

CUXHAVEN. Intellektuelle Kraft und Fantasie, eine Sprache voller Elan, Präzision und Wohlklang, einen Sinn für Tragik und für die „großen Gegenstände der Menschheit“ – all das wie auch ein untrügliches Gespür für Bühneneffekte und ein perfektes Timing wurde dem Dramatiker Friedrich Schiller aus berufenem Munde vielfach bestätigt. All das kann sich auch heute noch einem Theaterpublikum mitteilen, sofern die schillerschen Werke nicht als bloßes Bildungsgut inszeniert werden.

Davon war die jüngste Inszenierung der „Räuber“, die die Hamburger Theatermacher jetzt im fast voll besetzten Stadttheater gaben, meilenweit entfernt. Was Regisseur Michael Jurgons und sein junges Ensemble darboten, war
ein echter Theatervulkan. Von der ersten bis zur letzten Minute erlebte das zum Teil recht junge Cuxhavener Theaterpublikum eine Räuberbande, die, angefüllt mit Testosteron bis zur Unterlippe, sich kreischend und grölend ihrer Schandtaten brüstete. Dabei sind die zwölf Darsteller und die einzige Schauspielerin (Diana Ebert als Amalia von Edelreich) mit einem Körpereinsatz bei der Sache, der rasant und energetisch aufgeladen ist, dass es die Zuschauer zuweilen in ihre Sitze drückt. Diese Räuber sind Getriebene ihrer Leidenschaften, was sie suchen, ist Liebe, Macht, Wahrheit und Geld – koste es, was es wolle. Schillers bekanntes Jugendstück hat der Hamburger Regisseur kurzum auf einen Müllplatz verfrachtet (Ausstattung: Carolin Roider). Da leuchtet rechts ein kleiner Hase am Bühnenrand. In der Mitte steht ein helles, abgewetztes Sofa. Ansonsten gibt es überall zerbeulte Ölfässer.

Hundert Prozent Schiller

Vorne links an der Rampe hat der Musiker Michael Reffi mit seinem Schlagzeug Station bezogen, der in dieser durch und durch kraftvollen Inszenierung rhythmische Akzente setzt, die nicht minder energiegeladen sind als das Spiel seiner darstellenden Kollegen. Musik und Gesang bilden ein wesentliches Element in dieser Inszenierung, werden zudem geschickt als Schnitt-Technik benutzt. Ansonsten gibt es für die Besucher mit Blick auf den Text zu 100 Prozent Schiller. Michael Jurgons erzählt die Geschichte der beiden verfeindeten Brüder Franz und Karl Moor auf eindringliche Weise. Er lässt die schillerschen Studenten von einst und ihren tödlichen Familienzwist austragen.
Gunnar Frietsch gibt seinen Franz als übel-intriganten Schleimer, der seinem charismatischen Bruder, dem Bandenanführer Karl Moor (überzeugend dargeboten von Patrick Abozen), buchstäblich die Pest an den Hals wünscht. Auch der Spiegelberg (Cem Gültekin) ist im Hier und Jetzt angekommen. In Jogginghose und Shirt treibt er gemeinsam mit den anderen turnschuhtragenden Rabauken sein brutales Spiel. In letzteres wird das Publikum direkt mit einbezogen, weil die Darsteller von der Bühne in den Zuschauerraum stürzen, über Sitzereihen klettern oder auf dem Fußboden kriechen. Das ist Theater von einer Intensität, die sogar zu riechen ist. Diese „Räuber“ sind authentisch und wahrhaftig.

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Schwarzwälder Bote, 16.11.2009

Schiller als explosiver Bühnen-Rausch
Packende “Räuber” mit den “Theatermachern” aus Hamburg / Begeistertes Publikum in der Nagolder Stadthalle

Von Irmeli Thienes

Nagold. „Ich bin mein Himmel und meine Hölle“ sagt Karl Moor am Ende, erdrückt von der Schwere des eigenen Versagens. Liebe neben niederschmetternder Schuld, Reue ohne Erlösung als den Tod - die Innenwelten der Schillerschen „Räuber“ spiegelt die junge Hamburger Truppe „die Theatermacher“ in einem Bühnen-Rausch, explosiv, kraftvoll, fett. Das große Publikum in der vollen Stadthalle vergaß alles drum herum.

Minutenlang hielt der Applaus an, Gejohle und Getrampel folgten. Viele junge Erwachsene waren darunter, Gymnasiasten und das zeigte: Die moderne Inszenierung hatte sie gepackt.

In der Tat bringen die Schauspieler Schillers Kraft, den Kampf der Gefühle auf die Bretter, machen aus der alten Halle ihren Räuberwald. Sie stürmen die Reihen, fegen über Stühle, brüllen den Menschen ins Gesicht. Und das Ensemble bleibt – wunderbar ! - nah am Text. Die Körperlichkeit aller 13, zwölf Männer neben Amalia, ist überwältigend.
Sie entblößt sich, wo es das Stück ihrer Seele abverlangt, es stürzen Männer von der Bühne, klatschen hörbar auf. Von Tod und Gemetzel zeugt ohrenbetäubendes Tonnen-Getrommel. Rauch und Schweiß wabern von der Bühne. Und doch gewinnt des blutjungen Schillers „Räuber“ in dieser Inszenierung (Regie Michael Jurgons) gerade auch aus den leisen, poetischen Momenten an Dynamik.
So hehr der Karl (Patrick Abozen), so niederträchtig Intrigant Franz (Gunnar Frietsch) wie widerlich, schmierig opportunistisch der Moritz Spiegelberg (Martin Heise), so leidenschaftlich wie stimmlich beachtlich die Amalia (Diana Ebert) – die Bühnenpräsenz aller ist enorm. Mit Klumpfuss-Klötzen erzeugt Carolin Roider (Ausstattung) den schweren Gang des alten Vaters Maximilian von Moor, mit Jogginghosen und Chucks aktualisiert sie die Räuberkluft. Und auch Bob Marlys „Iron lion zion“ trägt bei zum Bild wie von den Krawallen in den Pariser Banlieus 2005 - Horden rebellierender Jugendlicher, zu allem entschlossen und mittendrin ein irre lachender Schweizer.
Für Witz, Schmelz und den Schreck im richtigen Moment sorgt Musiker Michael Riffi und bei allem schadet es nicht, dass Amalia sehr oft raucht, die Verständlichkeit manchmal der Preis des leidenschaftlichen Vortrags ist und der alte Moor nicht wirklich alt wirkt – denn nie leiden die Inhalte, immer ist Schiller präsent – was kann man in seinem Geburtsjahr schöneres wünschen ? Nur vielleicht noch den nächsten Auftritt der Theatermacher GmbH.

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Nordbayerischer-KURIER.de, 29. 10. 2009

Niederträchtige Räuber in der Stadthalle

BAYREUTH. Eine bunte Truppe aus Draufgängern, Taugenichtsen, Aussteigern und Träumern – das sind Schillers Räuber. Auf der Bühne der Bayreuther Stadthalle trieben sie am Dienstag ihr Unwesen, zogen raubend, schändend, mordend durch die deutschen Wälder. Die Aufführung: ein Gastspiel der Theatermacher GmbH aus Hamburg. Das Ensemble lieferte dem Publikum eine moderne Inszenierung des über 200 Jahre alten Stücks, ohne den Schiller-Stoff allzu sehr zu entfremden.

„In den Tiefen mancher Seele tun sich Abgründe auf, schlechte Menschen Missetäter gab es immer schon zu Hauf: Räuber und Banditen, Mörder auch sogar – dies ist jetzt das Lied von einem, der ihr König war“, singt die Räuberbande zu Beginn des Schauspiels. Seelische Abgründe tun sich in der dreistündigen Aufführung in der Tat viele auf. Bei der Räuberbande, die sich immer wieder schreiend, johlend, kreischend mit ihren Schandtaten brüstet. Zum Beispiel damit, wie sie eine ganze Stadt niederfackelte, um einen Kameraden vom Galgen zu befreien. „83 Tote für Roller“, ruft einer stolz. Ein anderer zählt auf, wer sterben musste: „Kranke, Greise, Hochschwangere, Kinder.“

Packend, neben der schauspielerischen Leistung, auch Michael Reffis musikalische Begleitung. Harte Schlagzeug-Soli bringen die innere Zerrissenheit der Charaktere zum Ausdruck, Melodien auf Akkordeon und Ukulele ihre Trauer, Wünsche, Sehnsüchte. Regisseur Michael Jurgons ist mit seiner Version der „Räuber“ eine gelungene Umsetzung des Schiller-Stoffs geglückt. Das Bayreuther Publikum belohnte die dreistündige Aufführung mit lang anhaltendem Applaus.

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Darmstädter Echo

Schillers Räuber auf dem Müllplatz
Schauspiel „Die Theatermacher” zeigen Inszenierung voller Tempo und Energie

Von Elfriede Schmidt

Da behaupte einer, Bühnenklassiker seien veraltet und verstaubt und taugten nicht mehr zur kritischen Reflexion gesellschaftspolitischer Zustände. Was das junge Hamburger Ensemble „Die Theatermacher” zum Saisonbeginn im Schauspiel-Abonnement mit Schillers „Räuber” am Freitag im Theater aufführte, begeisterte nicht nur das Stammpublikum , sondern auch die zahlreichen Oberstufen-Schulklassen, die zu zwei Dritteln das gut gefüllte Parkett besetzten und die dreistündige, energie- und tempogeladene Aufführung fasziniert verfolgten. Erst nach langem Beifall und Bravorufen entließ das Publikum zuletzt die 13 Akteure von der Bühne, auf der auch besondere Einzelleistungen (Patrick Abozen als Karl Moor, Gunnar Frietsch als Franz Moor, José Barros Moncada als Schweizer, Cem Gültekin als Spiegelberg und Daniel) hervorstachen.

Schillers Jugendstück „Die Räuber” wird in dieser Interpretation auf einen Müllplatz verlegt. Die Raubritter, von ihrem Bandenführer Karl Moor zum Morden, Stehlen und Brandschatzen angehalten, haben an dieser Stelle ihren Treffpunkt und sind eine kunterbunte Horde Jugendlicher, die im Grunde gegen die Vätergeneration rebelliert. Es geht um Anderssein, um Träume, Visionen, den Generationenkonflikt und um Liebe, Eros und Tod.

Erbitterter Kampf zweier Brüder

Zwei verfeindete Brüder, der Bösewicht Franz und der betrogene und zum charismatischen Bandenführer mutierte Karl, der, als er die Folgen seines kriminellen Tuns erkennt und aussteigen will, von der Gang gestoppt wird, liefern sich einen erbitterten Kampf, bei dem es keinen Sieger gibt. Bereits das sparsame, trostlose Bühnenbild deutet diesen tragischen Ausgang an. Überall kullern rostige, zerbeulte Ölfässer umher, in der Bühnenmitte steht eine zerschlissene beigefarbene Couch; links vor der Bühnenrampe ist ein Schlagzeug installiert, daneben liegen andere Musikinstrumente - tatsächlich ist die Musik ein tragendes Element dieser Inszenierung, in der nicht nur gesprochen, getanzt und geturnt, sondern zwischenzeitlich auch immer wieder im Chor gesungen wird, zuletzt das Volkslied „Kein schöner Land” als Zitat aus einer vergangenen Epoche.

Ironisch, witzig und mit leichter Hand hat Regisseur Michael Jurgons mit den Hamburger Theatermachern diese „Räuber” inszeniert und dabei wohl manche spontane Idee der jungen Darsteller übernommen. Die großen tragischen Gesten oder rhetorisches Pathos fehlen völlig, allenfalls wird bisweilen vorsichtig ironisiert. Der alte und kranke Vater Graf Maximilian von Moor etwa wird nicht, wie häufig zu sehen, als ein hinfälliger Greis im Rollstuhl gezeigt, sondern stelzt hier auf hohen, silberglänzenden Kothurnen, die sich am Ende sein macht- und geldgieriger Sohn Franz unter die Füße schnallt und so demonstriert, dass er jetzt der Herr im Hause Moor ist.

Poesie und wüste Schimpfkanonaden

Aber wo anfangen, wo enden in dieser energiegeladenen, von anrührend poetischen und von wüsten Schimpfkanonaden bestimmten Inszenierung, die so spannend ist, dass es mucksmäuschenstill blieb im Theater? Viel ist zu spüren vom feurig-rebellischen Idealismus, der in den ambivalenten Helden dieses mörderischen Familienzwists steckt, und Regisseur Jurgons und sein Team lassen Franz, die verschlagene Kanaille, schon rein äußerlich eine Schofelgestalt sein: Intelligent, durchtrieben, bleich, skrupellos, brutal (als er Amalia von Edelreich, die Geliebte seines Bruders Karl, gewaltsam zu seiner Mätresse machen will), hinterlistig, zynisch und siegessicher („Herr muss ich sein”), so erobert er die Macht im Schloss und führt alle hinters Licht. Aber als er am Ende einsehen muss, dass er verloren hat, weil Karl den Schwindel aufdeckt, gibt er auf und schluckt Gift.

Wie Franz hat auch Amalia, - die einzige weibliche Rolle wird von Diana Ebert übernommen - die dem totgeglaubten Karl treu bleibt, ein klares Ziel. Weil Karl sich in dieser martialischen Schillerschen Horrorshow jedoch einem weltlichen Gericht stellen will, muss er Amalia töten als das Opfer, das er bringen will. Aber eher ist es wohl die Einsicht in die Sinnlosigkeit seiner Rebellion, die ihn zu dieser Selbstaufgabe treibt.

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Deister- und Weserzeitung

Verbotene Hiebe – respektvoll inszeniert
Fesselnder Mix: Schillers „Räuber“ heute im Theater

Von Julia Marre

Hameln. Mondgelb leuchtet der Hase am Bühnenrand. Champagnerfarben ruht das familienfreundliche Sofa im beinahe leeren Raum – als Regisseur Michael Jurgons zu Beginn der Generalprobe gestern Abend auf die Bühne des Theaters Hameln tritt. „Es wird laut werden“, sagt er. Und es wird laut. Was bei weitem nicht nur daran liegt, dass Musiker Michael Reffi live im Rampenlicht trommelt, spielt, schlägt, summt und singt. Sondern auch daran, dass das Ensemble zwischen Krawall und Komasaufen einer Tragödie Heutigkeit einhaucht. Zwar haben Schillers stürmende, drängende „Räuber“ mehr als 200 Jahre auf dem Buckel; dieser Inszenierung jedoch ist das keineswegs anzumerken.

Die Lebenswelt der rüpelhaften Studenten, die zu studierten Rüpeln mutieren, ist ins 21. Jahrhundert übersetzt. Da steckt Spiegelberg (Cem Gültekin) in Batik-Shirt und Jogginghose, als er Prügel austeilt. Tragen die anderen Gauner Turnschuhe, farbige Shorts und Boxerstiefel – und erinnern dabei allesamt an eine gegenwärtige Bad-Taste-Partygesellschaft auf bewusstseinserweiternder Klassenfahrt. Ausgelassen getanzt wird zu Bob Marleys „Ion, Lion, Zion“. Ausgiebig besungen das Volkslied „Kein schöner Land“. Dass Amalia sich in jeder ausweglosen Situation eine Zigarette anzündet, ist nahezu selbstverständlich. Und auch nicht schlimm: weil es passt.

Charismatischer Räuberhauptmann

Franz Moor, die arme Wurst, gibt Gunnar Fietsch unberechenbar und wohlüberlegt als schleimigen Schleimer, der ebenso gut Intrigant aus einer Fernseh-Soap sein könnte. Patrick Abozens Karl Moor hingegen ist klug und ehrlich – ein charismatischer Räuberhauptmann mit Sinn für Gerechtigkeit und starker Bühnenpräsenz. Die im Übrigen das Gros der Schauspieler auszeichnet.

Zuweilen erinnert die Aufführung gar an Filme von Tarantino oder Kubrick. Manche Szenen irritieren, schocken. Andere bringen Humor ins Spiel. Musik und Gesang machen einen Schnitt – und ergeben eine fesselnde Mischung. Ob Gewalt hier verherrlicht wird? Wohl kaum. Auch wenn die Akteure Kunstblut spucken und Bühnentode sterben, so bleibt es doch meist bei der aussagekräftigen Andeutung – etwa wenn die brutale Schlacht ein reines Akustikgemetzel ist und von „Stomp“-ähnlichem Trommelwirbel auf Fässern symbolisiert wird. Der Spagat zwischen frischer, kraftvoller Inszenierung und respektvollem Umgang mit der dramatischen Geschichte ist gelungen – ohne Verluste.

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Deister- und Weserzeitung

„Ein alter Text ist für uns kein Schrottplatz“
Michael Jurgons über seine Inszenierung

Herr Jurgons, die Theatermacher sind dafür bekannt, dass sie Stücke weder platt aktualisieren noch museale Werktreue schwören: Wie sind Sie bei Schillers „Räubern“ vorgegangen?

Die Uraufführung hat über vier Stunden gedauert – das möchte ich weder uns noch dem Zuschauer zumuten. Also haben wir das Material gekürzt. Gegen den Strich gebürstet wird es bei uns natürlich nicht: Beim Text sind wir zu 100 Prozent bei Schiller: Unsere Räuber sind von Schiller, nicht frei nach Schiller. Da wir ihn selbst nicht befragen konnten, haben wir seinen Intentionen sehr genau nachgeforscht. Ein alter Text ist für uns kein Schrottplatz, wo man sich Altteile holt und den Rest wegschmeißt. Aber natürlich ist jede Inszenierung eine Interpretation aus heutiger Sicht. Wie gelungen die ist, müssen letztlich die Zuschauer entscheiden.

Also welchen Ansatz verfolgen Sie?

Schiller war um die 20, als er das Stück schrieb. Er lebte in bedrückenden, engen Verhältnissen. Die Räuber sind sein sehr persönlicher, literarischer Befreiungsschlag. Junge Männer versuchen ihre Träume von Freiheit, Abenteuer und schönen Frauen auszuleben. Und verlieren die Kontrolle über ihr Tun.

Haben Sie das Drama schon einmal inszeniert?

Ja, am Ulmer Theater, das ist schon einige Jahre her. Aber die Sicht verändert sich. Das hat mit der ganzen Arbeit, mit der Form des Theaters zu tun. Unser Ensemble ist eine homogene Truppe; viele haben schon zusammen studiert und sind gemeinsam in den Beruf gestartet. Das ist ein spannendes Arbeitsfeld, wenn man auf bestehende Beziehungen aufbauen kann. Es macht die Arbeit authentischer, als das unter den Bedingungen des üblichen Theaterbetriebs möglich ist.

Was ist im Vergleich zu Ihrer damaligen Arbeit an der jetzigen „Räuber“-Inszenierung anders?

Alles. Die aktuelle Inszenierung ist körperlicher, schneller, energetisch aufgeladener. Sie drückt den Lebenshunger, die Vitalität ganz junger Leute unmittelbarer, direkter aus. Es geht mehr um Sehnsüchte und weniger um politische Konzepte.

Sie haben aus den Räubern also keine radikalen Globalisierungsgegner gemacht…?

Nein, sie sind weder RAF-Terroristen, noch sind sie Kommunisten oder Rocker. Unsere Räuber sind Getriebene ihrer Leidenschaften. Sie suchen das, was sie für Glück halten: Liebe, Macht, Wahrheit, und – schließlich sind sie Räuber – Geld.

Ihr Ansatz liegt demnach in der Zeitlosigkeit des Stoffes begründet?

Genau. Platt aktualisiert, wären die Räuber wohl Manager im Anzug, die Koffer und Handys bei sich tragen und vor einer Videoleinwand agieren. Unsere Räuber tun das nicht und sind trotzdem moderne Menschen. In unserer Hoffnung auf den großen Lottogewinn, die große Liebe oder besser beides, unterscheiden wir uns kein bisschen von unseren Vorfahren.

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Kommentare zur Premiere von Schillers “Die Räuber” im Hamburger Sprechwerk
Quelle: Besucher-Blog des Hamburger Sprechwerks

“viel energie die von der bühne drang. fast vier stunden geballte kraft. wunderbare nebencharaktäre: cem, jonas, moritz!!! vielen dank dafür. die körperlichkeit - männerbande, wunderbar!! dann die musik! der barde, der auch schlagzeug spielt, ein traum!!! die schönste szene: gegen ende zwei unterhaltungen - auf dem sofa und vorn am bühnenrand. der fokus verschiebt sich akkustisch - großartig!!! schade dass der karl so leise geriet dass er in der letzten reihe kaum zu verstehen war und schade dass franz die worte atemlos schleuderte, so dass ich kaum mitkam und ihm manchmal schwer folgen konnte.”

“Ich fand es wirklich großartig! voller Energie gespielt und sehr mitreißend inszeniert! Besonders gut: der Franz, der Karl, der Vater und der Schlagzeugspieler…[...]“

“Ein animalischer Sinnesgenuss! Der Premierenabend ist mir sehr lebendig in Erinnerung - danke für die großartige Vorstellung! Kraftvoll spielten die Schauspieler, allesamt Absolventen oder Schüler der Schauspielschule Hamburg, nicht nur die Schlachtszene, in der stählerne Männerkörper auf nahezu animalische Weise auf blecherne Tonnen einschlugen. Die hierbei freigesetzte Energie gleicht der eines Stunden andauernden Gewitters, Donner inklusive. Wie passend ebenfalls der Schlagzeugsound als Zwischenbildmusik, ein besseres Instrument hätte zur Versinnbildlichung dieser vor Jugendlichkeit überstrotzenden Räuberbande nicht gefunden werden können. Hierin gleichen die Schauspieler merklich dem Autor des Stückes, der mit gerade einmal 22 Jahren ‘Die Räuber’ verfasste. Hervorzuheben ist auf musikalischer Ebene ebenso der zwei- bis vierstimmige Gesang des Ensembles, durch den gleich zu Beginn eine Atmosphäre geschaffen wird, der in den folgenden dreieinhalb Stunden nicht mehr zu entrinnen ist. Fast alle Charaktere sprühten einerseits vor individuellem Charme und Eigensinnigkeit - sei es der zum Schwäbeln verdonnerte Schufterle, das züngelnde Bandenmitglied oder der Akrobat. Andererseits ist eine immense Einheitlichkeit im Ausdruck und ein gemeinsamer Wille der Gruppe, aus der das Schauspiel viel an Kraft gewinnt, spürbar. Exzellent besetzt sind die Gebrüder Moor - was für ein Wortspiel im Falle von Patrick Abozen -, sie spielen voller Inbrunst und Überzeugung. Wenngleich viele originelle Regieideen dem Stück sehr zu Gute kommen, so wurde der Sinnesgenuss dieses Abends in einigen Szenen durch Übertreibung ins Schmalzige oder Plakative getrübt: Muss das Exen der Flasche wirklich sein? Es ist bereits vorher klar, welche Art von Bande dargestellt wird. Ist der Tango wirklich nötig? Geht es nicht etwas subtiler? Dennoch war es ein sehr kurzweiliger Abend mit gelungener Inszenierung und überzeugenden Darstellern.[...]“

“Ein großartiger Theaterabend! Friedrich Schiller, wäre er zu unserer Zeit aufgewachsen, hätte sicherlich seine Freude gehabt wie sein Gedankengut in die heutige Zeit transportiert worden ist. Die geballte Kraft mit der die einzelnen Charaktere herausgespielt wurden überzeugte.Es war für mich nicht nur unterhaltend (und das ist gut so) sondern auch anstrengend den vielen langen Dialogen zu folgen. Vielleicht würde eine behutsame Kürzung einiger Dialoge die Effektifität des zu transportierenden Themas begünstigen.”
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