Guten Tag

Die Theatermacher machen Klassiker. Wir sind überzeugt, dass ein Theater, welches die Herzen seiner Zuschauer gewinnt, immer überleben wird. Platte Aktualisierung ist ebensowenig unsere Sache wie falsch verstandene “museale” Werktreue. Wir setzen auf die Stärken guter Stücke und guter Schauspieler und hoffen auf Sie: unser neugieriges und möglichst zahlreiches Publikum.

Video “Der zerbrochene Krug”

Video “Der fröhliche Weinberg”

Video “Emilia Galotti”

Radiokommentar von Christoph Huppert zur “Räuber Aufführung” in Hameln

Gastspiel: Der fröhliche Weinberg (Bayreuth)

Der fröhliche Weinberg

Der fröhliche Weinberg

Der zerbrochne Krug (Hamburg)

Der zerbrochne Krug

Der zerbrochne Krug

Ensemble 2012

Der zerbrochne Krug

von Heinrich von Kleist

Ein Lustspiel

Gerichtstag in Huisum! Eigentlich kein Problem für Dorfrichter Adam. Wären da nicht zwei scheußlich blutige Schrammen auf seiner Glatze, rasende Kopfschmerzen, ein schrecklich abstinenter Gerichtsrat Walter, der schlaue Schreiber Licht, die zornsprühende Frau Marthe, der rabiate Schlagetot Ruprecht, begleitet vom jähzornigen Vater Veit, und schließlich Eve, sauer auf Adam, und nicht in der Stimmung ihm Paradiesäpfel anzubieten.

 

Was soll’s? sagt sich der Dorfrichter, und haut sich schwitzend durchs prozessuale Dickicht. Beinahe schafft er es, die wahrheitssuchende Meute abzuschütteln. Doch da kommt Frau Brigitte…

Ist es ein Wunder, das die rasanteste Gerichts Comedy deutscher Zunge, ausgerechnet vom Selbstmörder Heinrich von Kleist stammt? Von dem Mann der in seinem Abschiedsbrief an Schwester Marie schrieb, er sei innerlich „so wund, dass mir, ich möchte fast sagen, wenn ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe tut, das mir darauf schimmert“. Liebe war Kleists Thema. In Liebe sein der Himmel, Lieblosigkeit die Hölle. Seine Mädchen-und Märchenhafte Frauengestalten erhellen mit ihren flammenden Herzen die Finsternis, und lehren die kriegsversessene Männerwelt zu lieben statt zu fürchten. Die Ur-Sünderin Eva der Bibel, ist im zerbrochenen Krug Kleists Heldin.

Kreuzfidele Ensembleleistung mit leisen Momenten

az-online, 20.02.2012

„Die Leute essen, trinken, lungern rum und reden Unsinn – genau das muss man auf der Bühne zeigen.“ Anton Tschechow

Von Barbara Kaiser

Am Freitag waren „Die Theatermacher“ zu Gast im Theater an der Ilmenau.

Den Zuckmayer – dieses Stück derben Witzes, der Karikatur; diese Posse, die Dutzende Theaterskandale auslöste – nahm Regisseur Michael Jurgons als ausgelassenen Theaterkindergarten und intellektuelle Skurrilitäten-Spielweise. Er installiert einen exzentrischen Kosmos an Figuren, leidenschaftlich leidend, gallig ironisch, sentimental triefend. Nicht einmal die hochpromillige Kneipenprügelei verrät er an billige Effekte, sein Ensemble ist physisch absolut auf der Höhe und der Schweiß der Anstrengung ist noch vor der Pause bis in die erste Reihe zu riechen.(…)

José Barros ist der sympathische Weinbergbesitzer Gunderloch, bei dem der Diffamierungsgroll aus des Dichters Heimatdorf sich nicht nachvollziehen lässt. Dass sich die Burschenschaften durch Knuzius (Fabian Cordua: stramm, schön, gefühllos) verhohnepipelt fühlten, versteht man dagegen sofort. Ann-Christin Ahle (süßes, liebesverrücktes Klärchen), Patrick Abozen (eifersüchtiger Jochen) und Ina Blus (redliche Annemarie) geben ihren Figuren Profil. Lust wider alle Biederkeit und ein auch verbal gefährlich eskalierender Stammtisch katapultieren manchmal direkt ins Heute. Gesten, Zwischenrufe blitzen auf und machen Angst – zeitlose. Ohne Zweifel war die Aufführung eine kreuzfidele Ensembleleistung, die sich nicht in unfreiwilliger Albernheit verfranst. Laut-fröhliche Musikeinlagen tun übriges und die beißende Satire des Autors kann man mit gutem Willen auch hören. Am Ende noch mal Tschechow: „Eine Krise kann jeder Idiot haben, was aber zu schaffen macht, ist der Alltag.“ Wie zu beweisen war: Solch ein Weinberg-Alltag allemal.

Plakat “Der zerbrochne Krug”

Der zerbrochne Krug

Mit Dolch und Dolce Vita

Deister- und Weserzeitung, 19.9.2011

Emilia Galotti feiert Premiere im Theater Hameln

Von Julia Marre

Hameln. Traurig liegen die blutroten Pumps auf der Bühne. Daneben: eine rote Stoffrose, gerupft und zerzaust. Davor: eine sterbende Emilia Galotti. Dahinter: ihr erschütterter Vater Odoardo. In wenigen Minuten wird ein langer Schlussapplaus durch den Theatersaal rauschen. Das Publikum wird johlen und anerkennend pfeifen. Die Schauspieler werden erleichtert lächeln und sich verbeugen. Das Ensemble wird rote Rosen – weder gerupft noch zerzaust – erhalten. Im Foyer werden Mütter zu ihren Töchtern sagen: „War doch gut, oder?“
Ja, die Aufführung der Theatermacher, die seit Mittwoch am Hamelner Haus geprobt hatten, war eine gute. Eine durchaus gelungene. (…) Im Fall von Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ wagt das Ensemble eine zaghafte Modernisierung. Die tragische Geschichte der jungen Emilia, die den wohlhabenden Grafen Appiani heiraten soll, beginnt nach einem kurzen Prolog (…) – Dann geht’s zur Sache. Der Prinz kann sich kaum konzentrieren, denkt immerzu nur an Emilia. Er ist verliebt und möchte die Hochzeit seiner Angebeteten verhindern. Sein Kammerherr Marinelli soll’s richten – und plant eine Intrige gegen Appiani. Dabei wird der Graf tödlich verletzt. Emilia lässt der Prinz auf sein Lustschloss entführen, wo sie durch die Hand ihres Vaters stirbt.
Keine Frage: Die Inszenierung von Michael Jurgons ist eine temporeiche, die sich konsequent an Lessings Text hält. Ein Hauch von Mafia ist zu spüren. Botticellis „Venus“ schleckt im Bühnenbild (Silke Thoss) ein Eis, auf dem antiquierten Sessel liegt ein Pizzakarton. Und der Prinz düst schon mal mit einem gelben Papp-Ferrari durchs Bild. Das ist frisch und frech – und macht großen Spaß. (…) Alexander Bornhütter als Marinelli brilliert in jedem Auftritt. Gräfin Orsina (Nela Schmitz) spielt einen kurzen, aber sehr beachtlichen Part. Ebenfalls nennenswert: Ina Blus als Brautmutter Claudia Galotti, Martin Heise als Appiani und Andreas Pfundstein in den Rollen des Malers Conti oder des Gangsters Battista.(…)

Räuber eroberten Herzen

Hessische Allgemeine Fritzlar/Homberg, 08.08.2011

Theatermacher aus Hamburg zeigten Schillers Klassiker

Von Michael Auerbach

Fritzlar. Die Räuber waren los in den Mauern von Fritzlar. Wer erwartet hatte, dass Schüsse knallen, Säbel geschwungen werden und Kunstblut floss, wurde enttäuscht. Dafür blinkte verführerisch bunt ein Geldspielautomat.(…)

Es war ein erregendes, klassisches Schauspiel in modernem Outfit, welches die Theatermacher aus Hamburg unter der Regie von Michael Jurgons lieferten. Da gab es einige spektakuläre, grelle Szenen, in denen die Banditen auch mal hautnah den Zuschauern zwischen Dom und Rathaus auf den Pelz rückten. Und es gab eindringliche und affektgeladene Momente. Schillers emotionale, vitale Sprache beherrschte das Stück und stellte hohe Anforderungen an Darsteller und Zuhörer.(…)

Rasant wechselten die Handlungen hin und her zwischen dem Grafenschloss und dem Dunstkreis der Banditen. Mit Schlagzeug, Ukulele und Akkordeon setzte Michael Reffi Akzente zu den Dialogen. Die Schauspieler bewältigten die Herausforderungen der Rollen mit Bravour, zeigten ihre Kunst, verliehen den gegensätzlichen Charakteren markanten Ausdruck. Gezeichnet von der Anstrengung, aber mit freudigen Gesichtern verbeugten sie sich kurz nach Mitternacht vor dem Publikum. Das war, begeistert von der eindrucksvollen Theaterleistung, aufgestanden und applaudierte stürmisch. Es schien, als hätten die Räuber die Herzen der Zuhörer erobert.

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