Stücke
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Gotthold Ephraim Lessing
EMILIA GALOTTI
Ein Trauerspiel 1772
Dreimal träumt Emilia von den Diamanten die ihr Appiani schenkte. Dreimal träumt sie, dass diese sich in Perlen verwandeln. Und Perlen bedeuten Tränen… Liebt sie Appiani? Liebt er sie? Was ist Liebe? Und dann ist da noch ER, mit dem sie bei Grimaldis so viel lachte, sich so lange unterhielt, und an den sie immer wieder denken muss…
Warum stirbt Emilia? Lässt sie sich tatsächlich moralisch korrekt von ihrem Vater hinmeucheln? Ist sie eine Gans, oder ein Luderchen, wie Geheimrat Goethe ratlos fragte?
Für Lessing, den Pfarrerssohn aus dem sächsischen Kamenz, den Kirchenrebellen, Freimaurer und unumstritten hellsten Kopf der deutschen Aufklärung, war das „schwache“ Geschlecht das eindeutig stärkere. Frauen heißen bei ihm weder Gretchen noch Käthchen, und sie denken selbst. Was also passierte wirklich auf Schloss Dosalo? Die Theatermacher waren auf Spurensuche und sind zu überraschenden Schlüssen gekommen.
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Carl Zuckmayer
DER FRÖHLICHE WEINBERG
Ein Lustspiel
Der Wein und die Liebe spielen die Hauptrollen in Zuckmayers bacchantischen Hommage auf das Leben, das sich nicht kommandieren lässt. Der Weingutsbesitzer Gunderloch möchte die Hälfte seines Besitzes verkaufen, die andere – unter der Bedingung, dass Nachwuchs unterwegs ist – seiner Tochter vererben und sich selbst zur Ruhe setzen. Doch nach einer durchzechten und durchtanzten Spätsommernacht kommt alles ganz anders. Falsche Lebenspläne, falsche Liebhaber und falsche Schwüre landen buchstäblich auf dem Misthaufen…
Die Komödie »Der fröhliche Weinberg« machte Carl Zuckmayer 1925 zum Kleist-Preisträger und über Nacht zu einem der erfolgreichsten deutschen Dramatiker. Von 1925 bis 1933 war »Der fröhliche Weinberg« eines der meistgespielten Theaterstücke in Deutschland. Zuckmayer erzählt in seiner Autobiographie von der Berliner Premiere seines Stückes im Dezember 1925: »Bruck, der Regisseur, stand plötzlich neben mir ›Lachsalven‹, flüsterte er, ›Szenenapplaus!‹ (…) Als der Pausenvorhang fiel, setzte ein Applaus ein, das ich glaubte, der Kronenleuchter müsse herunterstürzen…«
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Friedrich von Schiller
DIE RÄUBER
Ein Schauspiel in fünf Akten
Ein Besucher der Uraufführung am 13. Januar 1782 in Mannheim: „Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Tür. Es war eine allgemeine Auflösung wie ein Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht“
DIE RÄUBER sind leidenschaftliches, rasantes, aktionsgeladenes Theater. Ein irrer, wirrer Traum junger Männer von großen Taten, Heroismus, Männerfreundschaft, Liebe und Trieb mit dem sich Schiller den erzwungenen und verhassten Aufenthalt in der berüchtigten Karlsschule von der Seele schrieb. Mit Franz und Karl Moor, den beiden ungleichen Brüdern, ließ er die Antipoden der gespaltenen deutschen Seele – nämlich Despotismus und Idealismus bühnenwirksam aufeinander krachen. Ein ohrenbetäubender Weckruf, der bürgerliche und adelige Zeitgenossen gleichermaßen aufschreckte und dessen Echo bis heute nachhallt. Schillers Nachtmahre haben in der deutschen Geschichte beunruhigende Spuren hinterlassen…









