Der zerbrochne Krug

von Heinrich von Kleist

Ein Lustspiel

Gerichtstag in Huisum! Eigentlich kein Problem für Dorfrichter Adam. Wären da nicht zwei scheußlich blutige Schrammen auf seiner Glatze, rasende Kopfschmerzen, ein schrecklich abstinenter Gerichtsrat Walter, der schlaue Schreiber Licht, die zornsprühende Frau Marthe, der rabiate Schlagetot Ruprecht, begleitet vom jähzornigen Vater Veit, und schließlich Eve, sauer auf Adam, und nicht in der Stimmung ihm Paradiesäpfel anzubieten.

Was soll’s? sagt sich der Dorfrichter, und haut sich schwitzend durchs prozessuale Dickicht. Beinahe schafft er es, die wahrheitssuchende Meute abzuschütteln. Doch da kommt Frau Brigitte…

Ist es ein Wunder, das die rasanteste Gerichts Comedy deutscher Zunge, ausgerechnet vom Selbstmörder Heinrich von Kleist stammt? Von dem Mann der in seinem Abschiedsbrief an Schwester Marie schrieb, er sei innerlich „so wund, dass mir, ich möchte fast sagen, wenn ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe tut, das mir darauf schimmert“. Liebe war Kleists Thema. In Liebe sein der Himmel, Lieblosigkeit die Hölle. Seine Mädchen-und Märchenhafte Frauengestalten erhellen mit ihren flammenden Herzen die Finsternis, und lehren die kriegsversessene Männerwelt zu lieben statt zu fürchten. Die Ur-Sünderin Eva der Bibel, ist im zerbrochenen Krug Kleists Heldin.